Wenn digitale Reizüberflutung Körper und Nervensystem belastet
Push-Nachrichten, E-Mails, Videocalls und Chats rund um die Uhr – für viele beruflich stark eingebundene Menschen ist permanente Erreichbarkeit längst Alltag. Was kurzfristig effizient erscheint, kann langfristig zu einer anhaltenden Überlastung des Nervensystems führen. Die Folgen zeigen sich nicht nur mental, sondern häufig auch körperlich. Das Burnout-Risiko steigt.
Ein aktuelles Fallbeispiel aus der Praxis von ViewMed verdeutlicht, wie eng digitale Reizüberflutung, Stress und funktionelle Beschwerden miteinander verknüpft sein können.
Wenn Stress keine Pause mehr kennt
Der Betroffene ist ein international tätiger Geschäftsmann, häufig unterwegs, ständig online – auch abends und nachts. Über Jahre hinweg entwickelte er Erschöpfungssymptome, obwohl sich zunächst keine klassische Erkrankung feststellen ließ.
Typische Beschwerden waren unter anderem:
- muskuläre Verspannungen
- Kopf- und Magenbeschwerden
- Verdauungsprobleme und Allergieneigung
- erhöhte Infektanfälligkeit, besonders nach Reisen
Erweiterte Untersuchungen zeigten funktionelle Auffälligkeiten, etwa Hinweise auf Nährstoffmängel und eine erhöhte Reizempfindlichkeit. Wichtig: Solche Befunde sind nicht generalisierbar, sondern müssen immer im individuellen Kontext betrachtet werden.
Digitale Reize als zusätzlicher Belastungsfaktor
Rückblickend wurde deutlich, dass nicht ein einzelner Auslöser entscheidend war. Vielmehr wirkte die Kombination aus:
- dauerhafter Erreichbarkeit,
- fehlenden Erholungsphasen,
- hohe mentale Aktivierung durch digitale Medien,
- sowie zusätzlichem familiärem Druck
Das Nervensystem blieb damit dauerhaft im „Alarmmodus“. Auch äußere Faktoren wie häufige Hotelübernachtungen in klimatisierten Räumen während Fernreisen scheinen die Infektanfälligkeit zusätzlich begünstigt zu haben.
Alltagstaugliche Begleitung statt maximaler Intensität
Die medizinische Begleitung setzte deshalb nicht auf maximale Maßnahmen, sondern auf eine umsetzbare, mehrsäulige Strategie – angepasst an den Alltag des Patienten. Dazu gehörten unter anderem:
- gezielte Ernährungsanpassungen,
- orale Vitamin- und Mikronährstoffversorgung,
- sowie regelmäßige Verlaufskontrollen.
In anderen Konstellationen kommen auch intensivere Verfahren in Betracht. In diesem Fall standen jedoch Umsetzbarkeit und Verlässlichkeit im Vordergrund – ein entscheidender Faktor für den langfristigen Verlauf.
Was sich daraus ableiten lässt
Digitale Reizüberflutung ist kein abstraktes Modewort. Sie kann reale körperliche Auswirkungen haben – besonders dann, wenn Regeneration dauerhaft zu kurz kommt. Moderne Ursachenmedizin betrachtet deshalb nicht nur Laborwerte, sondern auch Lebensrealitäten: Arbeitsrhythmen, Erreichbarkeit und mentale Daueranspannung.
Nicht kompletter Verzicht ist entscheidend, sondern bewusste Steuerung: klare Grenzen, echte Erholungsphasen und eine medizinische Begleitung, die Zusammenhänge erkennt und einordnet.
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