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PCOS-Leitlinie: Hormonstörungen früher erkennen

Frau mit Bauchschmerzen, rote Markierung auf der schmerzenden Stelle im Unterbauch. Hormonstörungen. DP @ Maridav

Hormonstörungen zeigen sich oft nicht auf den ersten Blick. Das erleben wir in der Praxis immer wieder – bei Patientinnen und Patienten jeden Alters. Viele junge Frauen berichten zum Beispiel neben Schlafproblemen, innerer Unruhe oder Erschöpfung auch über  anhaltende Zyklusstörungen, unerfüllten Kinderwunsch oder unklare Stoffwechselveränderungen. Vor diesem Hintergrund ist die deutsche S2k-Leitlinie zum polyzystischen Ovarsyndrom (PCOS) besonders relevant. Sie wurde unter der Federführung der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) in Zusammenarbeit mit weiteren medizinischen Fachgesellschaften* erstellt.

Die Leitlinie stammt aus August 2024, gilt bis August 2029 und wurde 2025 redaktionell überarbeitet. Damit liegt weiterhin ein aktueller Orientierungsrahmen für die medizinische Praxis vor. PCOS zählt zu den häufigsten Hormonstörungen bei Frauen im gebärfähigen Alter. Die Leitlinie macht deutlich, dass PCOS nicht nur gynäkologisch, sondern interdisziplinär betrachtet werden sollte – etwa unter Einbezug von Endokrinologie, Gynäkologie und weiterer Fachrichtungen.

Bei ViewMed beziehen wir hormonelle Fragestellungen in ein individuell abgestimmtes medizinisches Behandlungskonzept ein. Soweit eine hormonelle Behandlung medizinisch angezeigt ist, verwenden wir naturidentische Hormone. Auch Begleiterkrankungen und Risikofaktoren, etwa im Zuckerstoffwechsel, im Herz-Kreislauf-Bereich oder im psychischen Befinden, denken wir dabei mit.

Für Betroffene sind die Leitlinie und die damit gestiegene Aufmerksamkeit für das Thema wichtig: Beschwerden wie unregelmäßige Zyklen, Akne, Gewichtsprobleme oder anhaltende Erschöpfung werden zunehmend als mögliches hormonelles Muster erkannt. Die Leitlinie setzt deshalb auf präzisere Diagnostik, regelmäßige Kontrollen und eine individuelle, multimodale Behandlung statt auf vorschnelle Einzellösungen. Sie entspricht damit unserem Verständnis von Ursachenmedizin.

Unser Eindruck: Auch wenn diese Leitlinie nicht mehr „druckfrisch“ ist, ist sie im Versorgungsalltag umso aktueller. Denn es ist wichtig, hormonelle Beschwerden frühzeitig ernst zu nehmen und medizinisch strukturiert in der Arztpraxis des Vertrauens abklären zu lassen.

Informationen zum PCOS

Das polyzystische Ovarialsyndrom, kurz PCOS, zählt zu den häufigsten hormonellen Veränderungen bei Frauen im gebärfähigen Alter. Schätzungen zufolge sind weltweit etwa 5 bis 18 Prozent dieser Altersgruppe betroffen. PCOS gilt als chronisches Beschwerdebild mit hormonellen und metabolischen Komponenten. Entstehung und Verlauf werden durch ein Zusammenspiel aus genetischer Veranlagung und äußeren Einflüssen mitbestimmt. Als wichtige Faktoren gelten unter anderem eine gestörte hormonelle Regulation zwischen Gehirn und Eierstöcken, eine verminderte Insulinempfindlichkeit sowie eine erhöhte Bildung männlicher Hormone.

Typische Hinweise und Diagnosestellung

Für die Diagnose sprechen in der Regel mindestens zwei von drei Merkmalen:

  • unregelmäßige oder ausbleibende Monatsblutungen
  • Hinweise auf einen erhöhten Androgenspiegel, zum Beispiel verstärkte Behaarung, Akne oder androgenbedingter Haarausfall
  • ein typisches Bild der Eierstöcke im Ultraschall mit vielen kleinen Follikeln oder vergrößertem Ovarvolumen

PCOS kann mit erhöhten gesundheitlichen Risiken verbunden sein. Dazu zählen unter anderem Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Fettleber und Schlafapnoe. Auch die Gebärmutterschleimhaut kann betroffen sein, wenn über längere Zeit hormonelle Ungleichgewichte bestehen. In der Schwangerschaft steigt unter Umständen das Risiko für Komplikationen wie Gestationsdiabetes, Präeklampsie oder Frühgeburt. Problematisch ist zudem, dass PCOS häufig lange unentdeckt bleibt. Umso wichtiger sind eine frühe Einordnung und eine individuell passende Begleitung.

 

Medizinischer Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Beschwerden und Befunde sollten immer individuell ärztlich eingeordnet werden.

*Mitwirkende

*mitgewirkt an der Leitlinie haben: Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM), Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM), Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP), Deutsche Gesellschaft für klinische Pharmazie (DGKPha), Deutsche Gesellschaft für Dermatologie (DDG), Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Deutsche Adipositas Gesellschaft (DAG), PCOS Selbsthilfe Deutschland e. V., Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), Deutsche Gesellschaft für Kinderendokrinologie und -diabetologie, Deutsche Gesellschaft für Reproduktionsmedizin (DGRM), Deutsche Gesellschaft für gynäkologische Endokrinologie und Fertilität (DGGEF), Deutsche Gesellschaft für medizinische Psychologie (DGMP), Deutsche Gesellschaft für angewandte Endokrinologie (DGAE), Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), Deutsche Menopause Gesellschaft (DMG), Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE), Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internisten (BDI)

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