Neue Studie zeigt: Mehr als 70 Prozent der Berufstätigen erleben Erschöpfung an freien Tagen
Berlin, August 2025 – Wer sich nach einer anstrengenden Arbeitsphase endlich auf freie Tage freut, wird häufig enttäuscht: Statt Entspannung setzen plötzlich Erschöpfung, Schlafprobleme oder sogar grippeähnliche Symptome ein. Dieses Phänomen wird unter dem Begriff Leisure Sickness (deutsch: Freizeitkrankheit) diskutiert – und betrifft offenbar deutlich mehr Menschen als bisher angenommen. Denn laut einer aktuellen Studie der IU Internationalen Hochschule geben 71,9 Prozent der befragten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an, an freien Tagen oder im Urlaub Krankheitssymptome wie Müdigkeit, Reizbarkeit oder Kopfschmerzen zu erleben.
Arbeit abschalten? Für viele Menschen scheinbar unmöglich!
Besonders häufig genannt wurden Erschöpfung, Schlafprobleme und Erkältungssymptome. Ein zentrales Ergebnis der Studie: 38,4 Prozent der Befragten fällt es schwer, nach der Arbeit abzuschalten. Die Ursachen liegen laut den Studienautorinnen und -autoren in einer Kombination aus hoher Arbeitsbelastung, ständiger Erreichbarkeit und fehlender echter Erholung.
„Die Ergebnisse zeigen, dass Erreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeit, hohe Arbeitslast und fehlende Regenerationsphasen klare Risikofaktoren für Krankheitssymptome an freien Tagen sind“, erklärt Prof. Dr. Stefanie André, Professorin für Gesundheitsmanagement an der IU Internationalen Hochschule. „Ähnliches können auch wir vom Zentrum für umfassende Medizin – ViewMed berichten. Wir sind u. a. auf Burnout-Prävention und Burnout-Behandlung spezialisiert“, erklärt Arezu Dezfuli, Fachärztin für Innere Medizin und Nephrologie. „Nicht wenige unserer Patientinnen und Patienten können vor den ganzheitlichen Maßnahmen selbst in der Freizeit nicht mehr abschalten“, berichtet unsere leitende Medizinerin weiter.
Doch zurück zur Studie: Trotzdem ist für 95,5 Prozent der Befragten Erholung ein erklärtes Ziel – nur erreichen sie es nicht. Knapp 40 Prozent empfinden ihr Privatleben als nicht ausreichend erholsam, um den beruflichen Anforderungen standzuhalten.
Junge Angestellte besonders betroffen
Besonders alarmierend: Vor allem Jüngere scheinen laut Studie anfällig für Leisure Sickness zu sein – ihnen fehlen laut Prof. André oft wirksame Strategien zur Stressbewältigung. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse einen klaren Handlungsauftrag an Unternehmen: Mehr als 63 Prozent der Beschäftigten wünschen sich gezielte Unterstützung durch den Arbeitgeber, etwa in Form von Stressmanagement-Angeboten oder einer besseren Abgrenzung von Arbeits- und Freizeit.
Fazit: Leisure Sickness ist kein medizinisch anerkanntes Krankheitsbild – doch die Symptome sind real. Wer sich erst am Wochenende oder im Urlaub krank fühlt, sollte das nicht ignorieren. Die Studie zeigt: Es braucht sowohl individuelle Strategien zur Stressbewältigung als auch strukturelle Veränderungen in der Arbeitswelt, damit Erholung wieder zur Regel wird – nicht zur Ausnahme.
Hintergrund zur Studie: Die Umfrage wurde im Auftrag der IU Internationalen Hochschule im Mai 2025 von einem unabhängigen Meinungsforschungsinstitut durchgeführt. Befragt wurden 1.000 berufstätige Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren aus ganz Deutschland. Die Ergebnisse sollen repräsentativ sein.