Ein Check-Up gehört für viele zu den Terminen, die man sich vornimmt – und dann doch wieder verschiebt. Dabei ist die Frage, wie gut man den eigenen Körper eigentlich kennt, keine, die sich nebenbei beantworten lässt.
Bei ViewMed verstehen wir Vorsorge nicht als Pflichtübung, sondern als Ausdruck unserer Praxisphilosophie: schulmedizinisches Fachwissen mit einem ganzheitlichen Blick auf den Menschen zu verbinden. Gründerin Dr. Arezu Dezfuli hat diesen Ansatz aus eigener Erfahrung entwickelt – nachdem sie an die Grenzen rein konventioneller, medikamentöser Therapie gestoßen ist.
In diesem Artikel ordnen wir ein, was ein Check-Up leisten kann, was die Studienlage dazu sagt – und wie wir diesen Ansatz bei ViewMed konkret umsetzen.
Der gesetzliche Gesundheits-Check-up
Der sogenannte „Check-up 35“ ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung auf Basis der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Versicherte zwischen 18 und 34 Jahren haben einmalig Anspruch darauf, ab 35 Jahren alle drei Jahre.
Die Untersuchung umfasst eine Anamnese, eine körperliche Untersuchung, die Messung des Blutdrucks, die Erfassung des Impfstatus sowie eine ärztliche Beratung zu individuellen Risikofaktoren. Ab 35 Jahren kommen eine Urinuntersuchung sowie Blutzucker- und Cholesterinwerte hinzu; einmalig wird zudem auf eine Hepatitis-B- und Hepatitis-C-Infektion untersucht. Männer ab 65 Jahren können zusätzlich ein einmaliges Ultraschall-Screening zur Früherkennung von Bauchaortenaneurysmen nutzen.
Dieser gesetzliche Rahmen ist ein sinnvoller Baustein der Vorsorge – bewusst als Basisprogramm angelegt: knapp bemessene Zeit, ein eng definierter Parametersatz, standardisierter Ablauf. Für viele ist das ein guter erster Schritt. Für alle, bei denen die Standardwerte allein keine Erklärung liefern, braucht es oft einen genaueren Blick.
Was Studien über Gesundheitschecks sagen
Die wissenschaftliche Evidenz zu allgemeinen, unselektierten Gesundheitschecks ist differenzierter, als man vielleicht erwarten würde. Ein Cochrane-Review, das Daten von über 233.000 Teilnehmenden ausgewertet hat, kommt zu einem klaren Ergebnis: Allgemeine Gesundheitschecks haben bei beschwerdefreien Erwachsenen wenig bis keinen Effekt auf die Gesamtsterblichkeit („little or no effect on total mortality“). Auch bei Krebs- und Herz-Kreislauf-Sterblichkeit zeigte sich kein relevanter Vorteil. Die Autor:innen weisen zudem darauf hin, dass systematisch angebotene Checks zu unnötigen weiteren Untersuchungen und Behandlungen führen können.
Wichtig für die Einordnung: Diese Daten beziehen sich auf standardisierte, bevölkerungsweite Screening-Programme bei Menschen ohne konkrete Beschwerden. Ob ein individuelles, auf Anamnese und persönliche Risikofaktoren abgestimmtes Vorgehen vergleichbare Effekte zeigt, ist durch diese Studienlage nicht beantwortet – dazu liegen uns keine gesonderten Untersuchungen vor.
Für uns bedeutet das: Wir verstehen den Check-Up nicht als Checklisten-Abarbeitung, sondern als individuelles Gespräch, in dem wir gemeinsam entscheiden, welche Untersuchungen in Ihrer Situation tatsächlich sinnvoll sind – statt pauschal alles oder nichts anzubieten.
Der Check-Up bei ViewMed
Bei ViewMed gehen wir über den gesetzlichen Rahmen hinaus und begleiten Sie durch einen strukturierten Check-Up in vier Terminen:
1. Erst-Anamnese (ärztlich): Ein ausführliches medizinisches Vorgespräch, in dem wir gemeinsam Ihre persönlichen Ziele definieren.
2. Gerätediagnostik & Labor: EKG, HRV- und O₂-Test, Körperanalyse sowie direkte Blutentnahme.
3. Bildgebung (ärztlich): High-End-Sonographie von Abdomen, Schilddrüse, Herz und Gefäßen.
4. Abschlussgespräch (separater Folgetermin, ärztlich): Ausführliche Befundbesprechung, sowie falls notwendig ein individueller Behandlungsplan.
Fazit
Diese Struktur ist bewusst so angelegt, dass genug Zeit für das bleibt, was im Praxisalltag oft zu kurz kommt: Zuhören, Einordnen, Erklären. Ergänzende Verfahren wie Infusionstherapie oder IHHT setzen wir dabei als unterstützende, nicht als alleinstehende Maßnahmen ein – sie ersetzen keine schulmedizinische Diagnostik, sondern ergänzen sie.
Ein Check-Up ist kein Allheilmittel – das zeigt die Studienlage deutlich. Als standardisiertes Screening-Programm hat er gemessen an harten Endpunkten wie der Mortalität wenig Effekt. Als individuelles, auf Ihre Situation zugeschnittenes Gespräch mit gezielter Diagnostik kann er dennoch wertvoll sein: um Zusammenhänge zu verstehen, Risikofaktoren einzuordnen und gemeinsam zu entscheiden, was als Nächstes sinnvoll ist.
Genau das ist unser Anspruch bei ViewMed: nicht Werte abzuhaken, sondern Ihnen zuzuhören und gemeinsam mit Ihnen hinzuschauen.
Vereinbaren Sie gerne einen Termin für Ihren Check-Up bei ViewMed.
Quellenverzeichnis:
• Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA): Gesundheitsuntersuchungen („Check-up“)
• Krogsbøll, L.T. et al.: General health checks in adults for reducing morbidity and mortality from disease – Cochrane systematic review and meta-analysis
• ViewMed: Über uns – Praxisphilosophie
