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Studie: Übergewicht kann Risiko für schwere Infektionen erhöhen

Studie: Übergewicht kann Risiko für schwere Infektionen erhöhen

Übergewicht wird häufig mit Stoffwechsel, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes in Verbindung gebracht. Eine aktuelle Studie im Fachjournal The Lancet lenkt den Blick nun auf einen weiteren Aspekt: Erwachsene mit Adipositas hatten in der Auswertung ein erhöhtes Risiko für schwere Infektionen, die im Krankenhaus behandelt werden mussten oder tödlich verliefen. (The Lancet)

Für unser Monatsthema „Übergewicht durch hormonelle Dysbalance“ ist das ein wichtiger Impuls. Denn Übergewicht ist nicht immer nur eine Frage von Kalorien, Bewegung oder Disziplin. Wenn hormonelle und biochemische Prozesse aus dem Gleichgewicht geraten, kann das weitreichende Folgen für den gesamten Organismus haben – nicht nur für Gewicht, Hungerregulation und Energie, sondern möglicherweise auch für Entzündungsprozesse und die allgemeine Belastbarkeit des Körpers. Das ist eine medizinische Einordnung, die auch die Lancet-Daten indirekt stützen: Adipositas erscheint hier nicht als isoliertes Problem, sondern als Teil einer komplexen systemischen Dysregulation. Diese Formulierung ist eine medizinische Ableitung, nicht die direkte Aussage der Studie. 

Die Forscherinnen und Forscher werteten für die Studie die Daten aus finnischen Kohorten und der UK Biobank aus. Dabei zeigte sich über verschiedene Infektionsarten hinweg ein konsistenter Zusammenhang zwischen Adipositas und schweren infektiösen Verläufen. Besonders ausgeprägt war das Risiko bei höhergradiger Adipositas. Nach Modellrechnungen könnte Adipositas im Jahr 2023 weltweit mit rund jedem zehnten infektionsbedingten Todesfall verbunden gewesen sein. 

Übergewicht stets differenziert betrachten 

Für die Praxis bedeutet das vor allem eines: Übergewicht sollte differenziert betrachtet werden. Gerade wenn Gewichtszunahme mit Erschöpfung, Schlafstörungen, Heißhunger, Stimmungsschwankungen oder hormonellen Auffälligkeiten einhergeht, kann eine weiterführende medizinische Einordnung sinnvoll sein. Die Studie zeigt nicht, dass jede Gewichtsreduktion automatisch Infektionen verhindert. Sie unterstreicht aber, dass Übergewicht mehr sein kann als ein äußerliches oder rein ernährungsbezogenes Thema. 

Studiendesign & Methodik: Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie auf Basis mehrerer Kohorten mit mehr als 547.000 Erwachsenen aus Finnland und dem Vereinigten Königreich. Ausgewertet wurden BMI-Daten sowie Krankenhausaufnahmen und Todesfälle durch Infektionen über lange Nachbeobachtungszeiten. Zusätzlich wurden globale Modellrechnungen zum Anteil infektionsbedingter Todesfälle durchgeführt, die mit Adipositas assoziiert sein könnte. Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, lassen sich keine sicheren Ursache-Wirkungs-Aussagen ableiten. 

Quelle: Adult obesity and risk of severe infections: a multicohort study with global burden estimates, The Lancet, veröffentlicht am 9. Februar 2026 in The Lancet.

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