Studie: Psychische Belastung bei Journalistinnen und Journalisten

Symbolbild zum ViewMed-Blogbeitrag "Studie Medienschaffende" Zu sehen: Unkenntlioch gemachte Journalist:Innen beim Interview mit einem Protagonisten.

Eine aktuelle Studie der LMU München offenbart: Journalistinnen und Journalisten in Deutschland sind psychisch belastet – mit hohen Werten in den Bereichen Depression, Stress und Burnout.

Die zentralen Ergebnisse der Studie sind:

  • Psychisches Wohlbefinden: Mit einem Mittelwert von 48 (Skala 0–100) liegt das psychische Wohlbefinden von Medienschaffenden deutlich unter dem Durchschnitt der Bevölkerung (65 Prozent). Frauen sind besonders betroffen.
  • Depressionsrisiko: 53 Prozent der Befragten zeigen Anzeichen für eine Depression, 22,1 Prozent sogar für eine schwere.
  • Psychische Erkrankungen verbreitet: Rund 44 Prozent haben selbst psychische Probleme erlebt, mehr als 60 Prozent berichten von Fällen im Kollegenkreis.
  • Starker psychischer Stress: Fast die Hälfte der Befragten leidet unter hohem Stresslevel – deutlich über dem Bevölkerungsdurchschnitt.
  • Gedanken an Berufsausstieg: Zwei von drei Journalist:innen haben im Jahr vor der Studie über einen Berufsausstieg nachgedacht, darunter besonders viele Angestellte.
  • Burnout-Gefahr: Mehr als 45 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gelten der Studie zufolge als Burn-out-gefährdet.

Die Ergebnisse machen deutlich: Über bessere Arbeitsbedingungen in Redaktionen sollte dringend nachgedacht werden. Weiterhin fällt auf, dass in vielen Bereichen mehr Frauen als Männer betroffen oder gefährdet sind.

Hintergrund zur Studie: Die hier zitierte Studie kann unter https://epub.ub.uni-muenchen.de/123416/ nachgelesen werden. Sie wurde vom Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung (IfKW) der Ludwig-Maximilians-Universität in München (LMU) durchgeführt. Die online abgewickelte Untersuchung beleuchtet die psychosozialen Belastungen von 1301 Medienschaffenden in Deutschland.